Alumni-Porträt mit Sven Neumann
Sven Neumann begann sein Studium am IGW mit über 40 Jahren, nach einer schweren gesundheitlichen Phase und unter herausfordernden finanziellen Bedingungen. Im Alumni-Porträt erzählt er, warum dieser Schritt für ihn einem Gang aufs Wasser glich, wie Gott ihn durch Menschen und kleine wie große Wunder getragen hat und weshalb sein Herz heute besonders für junge Menschen schlägt.
„Wir sind froh, das sichere Boot verlassen zu haben und aufs Wasser hinausgegangen zu sein.“
Das sichere Boot verlassen
Was hat dich während deines Studiums am IGW besonders geprägt?
Mein Start ins Studium war herausfordernd. Mit über 40 Jahren war ich der älteste Student. Gleichzeitig kam ich gerade aus einer schweren gesundheitlichen Phase meines Lebens. Auch finanziell waren die Voraussetzungen nicht ideal, denn wir hatten als Ehepaar zu dieser Zeit nur ein Gehalt. Das Studium war deshalb eine echte Herausforderung.
Trotzdem begannen wir das Projekt, das ich für mich mit „OCEANS – Auf dem Wasser laufen“ überschrieben habe. Meine Frau war in dieser Zeit ein enorm wichtiger Faktor. Ohne sie hätte ich es nicht geschafft.
Das Studium hat mich theologisch herausgefordert und mein eigenes Glaubensverständnis verändert. Mein Blick wurde weiter. Ich durfte neu erkennen, dass Gott so viel größer ist und dass wir einander brauchen, um als Ecclesia – als Gemeinde der Herausgerufenen – wirkungsvoll in dieser Welt zu sein.
Wegen meiner gesundheitlichen und kognitiven Begrenzungen gab es beim Studieren, Lernen und Schreiben immer wieder schwierige Phasen. Zugleich wurde diese Zeit reich beschenkt: durch die Menschen am IGW und in meinen Praxisstellen in Berlin und Umgebung. Gott hat mich mit Menschen zusammengeführt, die mir bis heute wichtig sind. Einige gehören weiterhin zu meinem Freundes- und Bekanntenkreis, und mit ihnen baue ich heute Gemeinde im Leib Christi.
Es war insgesamt eine segensreiche Zeit mit vielen kleinen und großen Wundern. Eines davon war die Geburt unserer einzigen Tochter während des Studiums. Rückblickend sind wir froh, dass wir das sichere Boot verlassen haben und – wie Petrus – aufs Wasser hinausgegangen sind. Passenderweise ist Pierre, die französische Form von Petrus, mein zweiter Name.
Ein Herz für den ganzen Leib Christi
Wofür schlägt dein Herz heute?
Mein Herz schlägt für den ganzen Leib Christi und für die Menschen, die als Ecclesia in dieser Welt leben. Ich möchte mich für Menschen einsetzen, die noch auf der Suche nach ihrem Seelenheil sind. Einfach gesagt: Ich liebe Menschen und möchte ihnen dienen – ganz besonders den jungen Generationen Y und Z.
Ich möchte ihnen die Liebe und Zuwendung Gottes weitergeben und davon erzählen, wie Gott mich aus der Tiefe meines Lebens herausgeholt hat und dies immer wieder neu tut. Mir ist wichtig, mit den Menschen von nebenan unterwegs zu sein, ihnen in ihren Alltagssituationen zur Seite zu stehen und ihnen zu helfen, auf Jesus zu schauen.
Das kann im Gemeindesetting als Pastor geschehen oder als Jugendleiter in einer Jugendstunde. Seit einiger Zeit gehe ich auch immer wieder auf die Straße, um von Jesus zu erzählen und mit Menschen über Glauben, Leben und Hoffnung ins Gespräch zu kommen.
Engagiert in Gemeinde und Netzwerken
Wo und wie setzt du das heute um?
Heute bin ich Prediger in einer kleinen Berliner Gemeinde und dort beim GWBB in Vollzeit angestellt. Darüber hinaus engagiere ich mich im Leitungskreis von YOUTH United, in der Evangelischen Allianz Berlin und in verschiedenen weiteren Netzwerken.
Sven Neumann
Studium | Bachelor der Theologie |
Abschlussjahr | 2021 |
Heute | Prediger in einer Berliner Gemeinde, Vollzeit angestellt beim GWBB |
Engagement | YOUTH United, Evangelische Allianz Berlin und weitere Netzwerke |
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